Ist Cellulite eigentlich eine Krankheit?

Draußen wird es endlich wieder wärmer, die Sonne lacht, die Eiscafés rufen und die Zeit der spärlichen Bekleidung ist wieder einmal gekommen. Kurze Röckchen oder gar Hotpants sind angesagt.

Da ertappt man sich dann aber oft bei der Frage: Kann ich mir das überhaupt erlauben? Da zeichnet sich doch die ein oder andere Delle ab oder nicht?

In diesen schwachen Momenten wünscht man sich dann schon fast wieder den Winter zurück, wo man alles gut unter langen Hosen und Strümpfen verstecken kann.

Ich muss zugeben, dass mir all diese Gedanken nicht fremd sind. Auch ich kenne den kritischen Blick in den Spiegel oder in das ein oder andere Schaufenster im Vorbeigehen.

Eigentlich könnte ich die kleinen Unebenheiten im Bereich meiner Oberschenkel als gute alte Freunde bezeichnen. Denn sie haben mich durch viele Jahre, viele (Gewichts)hochs und (Gewichts)tiefs begleitet.

Sie waren da, als ich damals mit 16 beschloss endlich abzunehmen. Sie waren auch da, als ich mit 18 beschloss, endlich wieder zuzunehmen. Sie waren da in den Zeiten, als ich sieben Mal die Woche im Fitnessstudio trainiert habe und selbst meinen Halbmarathon sind sie damals mitgelaufen.

Und obwohl man sich mit der Zeit sicherlich daran gewöhnt, habe ich mir doch oft die Frage gestellt, warum dieser kleine Makel partout nicht verschwinden will, egal was ich auch mache.

Ein schwacher Trost mag es da sein, das geschätzte 80-90% aller Frauen von diesem Phänomen heimgesucht werden.

Doch ist Cellulite nun eigentlich ein rein ästhetisches Problem?

Den meisten Frauen bereitet sie keinerlei Schmerzen oder zumindest nur, wenn man sie durch penetrantes Drücken und Quetschen nervt. Und schließlich sind wir doch selbst schuld, dass wir das Schönheitsideal eines glatten und makellosen Hautbildes ungefiltert in unser Diktat aufnehmen oder?

Zu Zeiten des Künstlers Paul Rubens scheint es zumindest dieses Phänomen auch schon gegeben zu haben. Jedoch galten üppigere Formen damals als das gängige Schönheitsideal, weshalb sich kein Mensch an der Darstellung der „drei Grazien“ gestört haben wird.

Auf der anderen Seite scheint es nun aber auch nicht so zu sein, dass Cellulite das unabänderliche Schicksal einer jeden Frau darstellt, denn schließlich gibt es sie ja doch: diese wunderschönen, durchtrainierten und vollkommen falten- und dellenfreien Beine.

Wenn es diese Beispiele gar nicht gäbe, wüssten wir ja schließlich auch nichts von diesem unerreichten Idealzustand, den wir ständig schmachtend vor der Nase haben.

Ich selbst kann mich gut an meine Zeit in Japan erinnern. Dort war ich immer wieder beeindruckt, dass es eigentlich keine einzige Frau mit Cellulite gab. Mir ist jedenfalls keine aufgefallen.

Bemerkenswerte Gene, diese Japanerinnen oder könnte es noch eine andere Ursache haben?

Könnte es gar mit der Ernährung zusammenhängen?

 

Was ist Cellulite also wirklich und wie entsteht sie?

Ich habe bereits in meinem ersten Artikel kurz über das Säure-Basen-Gleichgewicht in unserem Körper gesprochen.

Nochmals kurz zusammengefasst funktioniert das Ganze in etwa so:

Durch unsere tägliche Nahrung nehmen wir Lebensmittel auf, die in unserem Körper basische Stoffwechselvorgänge auslösen und solche, die saure Stoffwechselvorgänge hervorrufen.

Im Idealfall sollte es so sein, dass wir ungefähr zwischen 70-80% basenbildende Lebensmittel zu uns nehmen und 20-30% säurebildende. Leider ist jedoch oft eher das Gegenteil der Fall. Selbst wenn man sich pingelig an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) halten würde, würde man 84% säurebildende Lebensmittel zu sich nehmen.

Außerdem gibt es noch andere Faktoren, die als Säurebildner in unserem Organismus betrachtet werden müssen: allen voran Stress, Alkohol und Rauchen.

Wenn wir nun also, wie von der Natur vorgesehen, 80% Basen und 20% Säuren zu uns nehmen ist alles paletti. Die Säuren werden in unserem Körper durch basische Mineralien abgepuffert und alles ist gut.

Wenn nun aber zu viel Säure über unsere Ernährung oder unsere Lebensgewohnheiten in unserem Körper ankommt und gleichzeitig zu wenige basische Mineralien bei uns ankommen, werden zunächst basische Mineralien aus unseren Knochen, Haarböden und unserem Gewebe entnommen, um diese Säuren zu neutralisieren.

Jedoch können diese Neutralsalze oder auch Schlacken nicht sofort ausgeschieden werden, weil das die Nieren überlasten würde. Sie werden also erst einmal in einem Zwischenlager geparkt. Hier bietet sich wunderbar das Fettgewebe als Teil des Bindegewebes an.

Da die Säureflut in der Regel nicht abebbt, wird aus dem Zwischenlager ein Endlager. Der Schlackenmüll füllt also immer mehr unsere Fettspeicher auf.

Bei uns Frauen ist es nun leider außerdem von der Natur so vorgesehen, dass wir mit einer größeren Speicherkapazität als die Männer ausgestattet sind. In der Vergangenheit war das auch gut so, denn für den Fall einer Schwangerschaft war es wichtig, diese Reserve zu haben. In unseren heutigen Zeiten des immerwährenden Überflusses, ist es jedoch eher hinderlich.

Und gerade in der Hüft- und Oberschenkelregion befinden sich besonders große Speicherkapazitäten.

Wir kommen nun also dem Phänomen der Cellulite schon etwas näher. Sie entsteht also aller Wahrscheinlichkeit nach durch neutralisierte Säuren, sogenannte Schlacken, die in unserem Unterhautfettgewebe geparkt werden.

Warum aber ergibt das Ganze dann nicht einfach ein gleichmäßiges Fettpolster wie am Bauch, warum entstehen diese unschönen Dellen?

Dies lässt sich durch die besondere Struktur des Bindegewebes der Frau erklären. Auch hier gibt es nämlich einen wesentlichen Unterschied zum männlichen Bindegewebe, wie jetzt Forschungen in den USA ergeben haben.

Im Bindegewebe gibt es gewisse Fasern, die dem Bindegewebe Struktur und Halt verleihen sollen. Beim Mann verlaufen diese Fasern diagonal zur Oberhaut und pressen gewissermaßen die potentiellen Fettmassen nach unten.

Aufgepasst liebe Frauen, hier sind wir im Nachteil:

Unsere DNA sieht es nämlich vor, dass diese Fasern im Bindegewebe nicht wie bei den Männern diagonal verlaufen, sondern gerade nach oben und unten wie Stäbe. Dazwischen bilden sich also große, dünne, rechteckige Boxen.

Das Unterhautfettgewebe wird nicht durch diese Fasern nach unten gedrückt, sondern verläuft innerhalb der Boxen. Wenn nun der Fettspeicher gefüllt wird, kann es vorkommen, dass gewissermaßen der Deckel der Box überquillt. Und hier haben wir sie dann: unsere geliebte Cellulite.

Wir wissen nun also, dass Cellulite durch eine säurenüberschüssige Ernährung im Zusammenspiel mit einem ungünstigen Lebensstil und einer frauentypischen Bindegewebsstruktur entsteht.

Ist sie nun aber ein harmloser Schönheitsmakel (zumindest nach der Definition unserer Zeit) oder handelt es sich um eine Krankheit?

Nun, da die Cellulite durch eine Störung im Säure-Basen-Gleichgewicht hervorgerufen wird, würde ich persönlich davon abraten, das Thema zu bagatellisieren.

Für mich ist die Cellulite ein klares Zeichen dafür, dass etwas in unserem Körper nicht stimmt oder zumindest Jahre zuvor nicht gestimmt hat.

Sie ist ein Zeichen dafür, dass wir nicht im Gleichgewicht sind, nicht vollständig gesund. Und aus diesem Grund, würde ich sie eher als Krankheit, genauer gesagt als typische Zivilisationskrankheit einstufen wollen.

Die Cellulite ist ein erster Warnschuss unseres Körpers, den wir wahrnehmen und richtig deuten sollten um noch gegenlenken zu können und schlimmere Krankheiten abzuwenden.

Die meisten naturheilkundlich motivierten Ärzte sind sich heutzutage einige, dass sämtliche Krankheiten in einem sauren Milieu besser gedeihen. Seien es nun, Rheuma, Arthrose, Herzerkrankungen oder Diabetes.

Noch deutlicher wird der Säureforscher Gottfried Segger wenn er sagt, dass selbst Krebs nur in einem sauren Milieu entsteht und die einzige wirksame Krebsprophylaxe eine basenüberschüssige Ernährung ist.

Lassen wir es also gar nicht erst soweit kommen und kümmern wir uns bereits heute um die ersten Anzeichen einer Übersäuerung.

Wie Du der Übersäuerung und somit auch Deiner Cellulite wirksam den Kampf erklärst, das erfährst du übrigens Step by Step in meinen nächsten Artikeln.

Bis dahin, lass es Dir gut gehen und sei nicht so streng mit Dir. Veränderungen brauchen immer Zeit und Dinge, die über Jahre gekommen sind, verschwinden nicht über Nacht.

Vielleicht müssen wir am Ende des Tages auch damit leben, dass wir nicht alle unsere Sünden aus Kinder- und Jugendjahren einfach ungeschehen machen können. Vielleicht müssen wir einige Hautunebenheiten genauso hinnehmen wie andere Relikte aus vergangenen Zeiten. („Arschgeweih“ lässt grüßen!)

Vielleicht müssen wir aufhören, ständig nur nach Perfektion zu streben und unser Denken nur in die Zukunft zu richten.

Ich glaube, dass Du heute schon perfekt bist, genauso wie Du bist.

Dein Körper ist das größte Geschenk das Du hast.

Und so solltest Du ihn auch behandeln.

Schon heute und jeden Tag!

Nicht erst dann, wenn er endlich so aussieht wie die Damen in den Hochglanzprospekten.

In diesem Sinne, bleib achtsam und natürlich gesund!

Deine Miri

 

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539 Kommentare, sei der nächste!

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